Stadt.Wand.Kunst Urban Art Museum / Mannheim / 2020

Glad to be getting back on the lift after the lockdown for Stadt.Wand.Kunst Open Urban Art Museum in Mannheim to set up my latest augmented reality mural:

Stairway to heaven

15 x 10m

Spraypaint and Augmented Reality on stucco (simply download the free app ‘Artivive’ and point it directly at the wall or just an image of the wall to experience the AR layer)


Thanks to Montana Cans for the tools and feel free to check this article on the Montana Cans Blog for more info.

All images by Alexander Krziwanie


German press statement:

Mit BOND TRULUV aus Leipzig konnten wir erstmals einen Künstler für STADT.WAND.KUNST gewinnen, der unserem OPEN URBAN ART MUSEUM mit seinem Mural eine digitale Erweiterung beschert: Augmented Reality. Sein Fassadengemälde, das in nur wenigen Tagen in der Zeppelinstr. 32-34a in direkter Nachbarschaft zu Ruben Sanchez’ „Multicultural Balance” (2019) entstand, nennt er „Stairway To Heaven”.

Bond Truluv kommt aus der Graffiti-Szene, der Buchstaben-Welt, wie er selbst sagt. Vor gut 20 Jahren sei er zum ersten Mal durch einen Bekannten darauf aufmerksam geworden und dann gemäß „see one, do one, teach one“ dran geblieben. Innovation ist seine treibende Kraft. Kunst oder Graphikdesign hat er nie studiert, auch mit ehrlicher Arbeit und vor allem Talent kann man weit kommen. Schon früh war der Autodidakt und studierte Anthropologe abseits der ausgetretenen Trampelpfade klassischer Graffiti-Ästhetik unterwegs und entwickelte seinen eigenen, damals schon futuristischen Stil, bei dem oft traditionell der Name (seine Buchstaben B O N D) im Mittelpunkt steht. Auch in dieser neusten, technisch perfekt umgesetzten Bildwelt in der Neckarstadt-West entdecken wir zwischen übereinandergelagerten Treppen, antiken Säulen, Pfeilen und blitzeblank polierten Chrom-Kugeln mindestens (s)ein B und D in leuchtendem Gelb. Bonds originäre Buchstaben-Welt ist also immer noch präsent, wenn auch stark verfremdet. Das Motiv entwarf Bond Truluv mithilfe von Graphikprogrammen und anderen technischen Hilfsmitteln im Vorfeld digital. Diese akribische Planung und Vorarbeit im heimischen Leipzig kosten mindestens so viel Zeit wie die tatsächliche Umsetzung an der Wand in Mannheim. Dort wirft ein Projektor die Proportionen des Nächtens an die Hausfassade, Umrisse und Markierungen werden nachgezeichnet, dann geht’s in den kommenden Tagen ans Ausmalen bzw. Aussprühen. Immer mit dabei auf der Hebebühne als intergraler Bestandteil seiner Arbeit: Die Sounds von Vaporwave und Futurebeats, die Bond Truluv in die passende Stimmung versetzen. “Stairway To Heaven” ist Musik übertragen auf Visualisierung. 12 Entwürfe brauchte es für das perfekt zu Mannheim passende Arrangement, das genau an diese eine Wand gehört. Die Treppen stehen für die Wohngegend und verbinden verschiedenen Etagen und Menschen. Mit der gesetzteren Farbauswahl in Grau-, Blau- und Lilattönen wollte der umsichtige Künstler die Augen und Toleranzgrenze der direkten Nachbarn nicht zu sehr strapazieren, die fein abgestimmten Farbverläufe lockern das Ganze auf. Schließlich soll der Eye-Catcher sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Es ist ihm gelungen! Der ältere, türkischstämmige Hausbewohner sieht in dem Wandgemälde eine Weltkugel und eine Mosche, die Mannheim Music Comission freut sich ganz bestimmt über “Stairway To Heaven” und für das Mannheimer Stadtmarketing sind die Quadrateraster, die sich in den Chromkugeln spiegeln, sicher kein Zufall. Am Ende stehen wir einfach nur staunend vor diesem 14 Meter hohen Fassadenkunstwerk, einer Anamorphose, dessen perfekt abgestimmtes Spiel mit Schatten und Perspektiven uns von einem Punkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus eine astreine Dreidimensionalität vorgaukelt. Aus der Wand erhebt sich ein räumliches Konstrukt mit Treppen, die in die Fassade hinein und aus ihr herausragen. Die Kugeln scheinen in der Bewegung zu verharren. Wir sehen einen Cursor, der nur darauf wartet, die Kugeln mit einem einzigen Klick von uns anzustoßen zu dürfen. Und tatsächlich: Mit Hilfe von Agumented Reality, der computergestützten Erweiterung der Realitätswahrnehmung, können wir das Wandgemälde in Bewegung versetzen! Und jetzt ab an die Wand mit euch: Installiert die kostenlose App ARTIVIVE und positioniert euch – am besten – auf der gegenüberliegenden Straßenseite an der Stelle, die Bond Truluv auf dem Boden dafür markiert hat. Mehr wird hier nicht verraten!   Bond Truluv gilt – wie ihr seht – zurecht als Stilforscher und einer der innovativsten Urban Contemporary Artists und Multi Media-Künstler unserer Zeit! Wir sind M E G A happy, dass eines seiner feinen Fassadengemälde nun die Neckarstadt-West ziert und unser OPEN URBAN ART MUSEUM um dieses Highlight bereichert!